Konzert

heimspiel live präsentiert
Sa
25.
05.
19

Kirchner Hochtief + Leyla Trebbien & Band + The Morning Pints

THE MORNING PINTS
Zwischen Unterhaltung und Ernst, Melancholie und Euphorie pendeln seit zwei Jahren vier Frankfurter Musiker, die sich "The Morning Pints" nennen. Ihre Shows sind stets geprägt von dem Drang, das Publikum selbst bis in die letzte Haarspitze unterhalten zu wollen und vor allem: Mitzureißen. Von lässigen Songs über durchzechte Nächte, ironische Lebensweisheiten bis hin zu Indie-Rock Hymnen die vom Ernst des Lebens handeln, ist bei "The Morning Pints" alles drin, was einen guten Song ausmachen kann. Mit ihrem ersten Studio-Album "a blast from the past" machen die Vier deutlich, dass diese Geschichte noch nicht zu Ende erzählt ist. "The Morning Pints", das ist ehrlich gemeinte Musik, die manchmal ernst ist, manchmal aber auch einfach post-punkig, lustig und frech ist. Hauptsache, am Ende des Tages ist das was hängen bleibt, die Euphorie.

KIRCHNER HOCHTIEF
Pop ist am Ende – liegt wie aus einem rauschenden Traum erwacht, gelähmt und verkatert in seiner eigenen Pisse. Vom Internet aufgefressen und vom Kapitalismus kastriert, fehlt es der Popkultur 2018 an Kraft und Würde um seinem logischen Untergang zu entgehen. Derweil wird die Kreativwirtschaft, eine Art planbar gemachter und zielgerichtet einsetzbarer Popgestus als neues Narrativ für eine ganze Generation junger Künstler zur historischen Marderfalle. Kreativwirtschaft ist die Bankrotterklärung der Gegenkultur in einem gesellschaftlichen Kontext, in dem oppositionelle Haltungen alternativen Wirklichkeiten Platz machen. Utopien werden, wenn überhaupt, nur noch in einer Vergangenheit gesucht, die man nicht mal selbst erlebt hat. Ohne jeden schöpferischen Stolz huldigt die Kultur- und Kreativwirtschaft dem Verwalten althergebrachter Ideen und Ideale. Sie kommuniziert gefällig und gewitzt, beherrscht Protokoll und Etikette. Sie liefert Lösungen für Probleme. Sie ist anwendbar, aber nie angreifbar - verbleibt ohne jede Wirtschaftskreativität.
Die Musik dieser Ära ist funktional und zielgerichtet. Vom Pop-Musiker, als Profession in der Mitte der Gesellschaft angekommen, wird Nützlichkeit, eine gesellschaftlich zuträgliche Tüchtigkeit erwartet. Er wird vom Lebensutopisten zum Dienstleister, liefert Gefühligkeit nach Rezept: Mittelstandspop. Mittelmaßpop - Mitte, Mitte, ewige Mitte. Im letzten Akt der Ära Pop ist die ehemalige Gegenkultur längst vollumfänglich pädagogisch erfasst, dokumentiert, lehrbar, erklärbar, berechenbar. Am Ende.
David Julian Kirchner, ein studierter Popmusikdesigner, der eigentlich schon zu viel weiß, um es noch ernst zu meinen; ein Abkömmling von Tagelöhnern und Strauchdieben auf der einen, vom wohlhabendem Bürgertum auf der anderen Seite, kann dem nichts entgegensetzen. Nach einer Adoleszenz als Musiker um die Jahrtausendwende, einem also wirklich ganz und gar chancenlosen künstlerischen Werdegang, braucht er bis tief in seine Dreißiger um endlich sein Coming-Off-Age- Soloalbum zu schreiben.
Er strampelt sich, ewigjugendlich, aber bereits etwas kauzig, frei von lahm gewordenen Versprechungen einer Zukunft, die er nie hatte, und nagelt empört den Status Quo seiner altgewordenen Lebenslüge an die Wände seiner 2-Zimmer-Wohnung.
Die Lieder, die er diesmal schreibt, sind keine Funktionslieder, keine Anwendungsballaden. Sie sind sperrig, privat und ätzend.
Kirchner ist wütend und desillusioniert. Aber er ist auch Mitte Dreißig und begreift, dass nach der Gegenkultur die Hochkultur kommen muss. Akribisch plant er seinen künstlerischen Aufstieg, seinen Marsch durch die Institutionen. Über Warhol und der Factory rollt er die Verbindung von Kunst und Mammon neu vor sich aus, studiert, schreibt und forscht. Er meint es ernst. Wahrscheinlich zum allerersten Mal. Was Warhol aus Begeisterung tat, will er nun aus Verzweiflung tun. Mit der Sorgfalt eines wahrhaft Getriebenen beginnt er zu dekonstruieren, was ihn sein Leben lang gejagt und gehetzt hat. Stück für Stück seziert er die Leitkultur seiner Jugend:
um sie nebeneinander auszustellen: Symbole, Fragmente, Identitäten; Popmusik nicht als wirkmächtiger Rausch, sondern als museale Inszenierung.
Eher aus einer Not heraus und mangels tragfähiger Utopien beerdigt Kirchner diesen alten Pop in den Hallen der Hochkultur - um ihn mit seinen Besuchern gemeinsam zu betrachten. Mit Muße und Distanz. Um so vielleicht seinen Frieden zu schließen und weiterziehen zu dürfen. David Julian Kirchner ist ein begnadeter Schnorrer. Ein talentierter und gescheiter Scheiternder, der sich trotzig wie ein resistenter Keim in der Mitte der Gesellschaft jeder Art der Gefügigkeit verweigert. Als selbstverantwortlicher Kulturschaffender und hauptberuflicher Freigeist und Spinner schafft er es mit Beharrlichkeit und Ernsthaftigkeit, eine vollkommen heterogene Gruppe an Künstlern, Unternehmern und Meinungsmachern für eine Idee zu gewinnen: ein populärmusikalisches Werk als museales Erlebnis zu inszenieren. Elf Songs umfasst sein Album „Evakuiert das Ich Gebäude“, auf die Maxi-Single „Richtiges Ding, falscher Ort“ lagert er zwei besonders sperrige Kompositionen aus. Kern der Ausstellung sind alle Sekundärwerke, die mit dieser Musik als Ausgangspunkt entstanden sind: großformatige Drucke, Musikvideos, Remixe, digitale Kunst, Fotografien und Texte.
Der Besucher sieht sich auf ungewöhnliche Weise mit der Arbeit eines Popmusikdesigners konfrontiert. Nicht in der Privatheit der eigenen vier Wände oder in der Anonymität einer Konzertsituation kommt es zur Rezeption des Werks: die museal sezierte, künstlich überhöht wirkende Exposition fordert den Besucher heraus und stellt seine Rezeptionsgewohnheiten in Frage.

Über all dem schwebt Kirchners Lebenskrise, sein Leitmotiv: das Aufeinandertreffen von Pop- und Hochkultur. Er inszeniert das eine als das andere und weiß, dass es am Ende nur Verlierer geben wird. Und nichts anderes will er – kein ideenloses „Anti“, sondern ein empirisch belegtes „Dagegen“, das er dialektisch als „Dafür“ inszeniert. Denn er weiß, dass Pop der Formel Identität durch Abgrenzung gehorcht, doch diesmal nicht vom Gegenüber, diesmal von sich selbst. Kirchner will den Weg frei machen für eine neue Gegenkultur deren unerhörter Widerstand in ihrer Konstruktivität begründet ist. Eine Gegenkultur der Utopien. Vielleicht eine Überkultur. Auf der ewigen Suche nach dem Richtigen im Falschen steckt Kirchner für viele Jahre seit seinem 7. Schulrauswurf 1998 im Widerstand fest - hat ihn nun aufgegeben, sucht nun die Auflösung des Unlösbaren in der Überhöhung. Versucht den Kapitalismus mit kapitalistischen Mitteln zu überwinden - sich selbst mit den eigenen Waffen zu schlagen.

LEYLA TREBBIEN & BAND
Frankfurt City Soul & Funk
Die Bernem-Blues-Szene hat eine, für Eingeweihte gar nicht mal so, neue Stimme, die sich immer mehr Gehör verschafft. Leyla Trebbien, mal Solo, mal als Duo, Trio oder gleich als Band mit Bläsersatz, bringt bereits seit einigen Jahren Bars, Clubs und Straßenfeste in und um Frankfurt zum Swingen.
Ob soulig verspielt oder bluesig treibend führt ihre Stimme unverkennbar durch eigene Songs und Klassiker, die nicht ungecovert bleiben sollten.
Mindestens ein Geheimtipp für alle Rhythm- & Blues-Fans, die auf Handgemachtes stehen.
Sa 25.05.2019   Frankfurt/Main
Nachtleben
Es gibt noch Karten an der Abendkasse!
Stehplatz
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8,80 €
Einlass: 19:00 –  Beginn: 20:00 –  Anfahrt
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